Woher der Begriff kommt
Sedcard, die
[ˈzɛtkaːɐ̯t] · Substantiv, feminin · Genitiv: der Sedcard · Plural: die Sedcards
Beidseitig bedruckte Karte im A5-Format, die auf möglichst wenig Fläche möglichst überzeugend beantwortete, wie jemand aussieht, wie groß er ist und unter welcher Nummer man ihn buchen kann. Vorne ein Porträt, hinten eine Handvoll Looks. Herkunft: nach Sebastian Sed, der die Karten in den 1960ern unter diesem Namen vertrieb.
Das war die Zeit, als Agenturen ihre Models im Karteikasten hatten. Heute ist die Sedcard ein Satz digitaler Dateien — für Dein Profil, für Social Media, für Deine eigene Seite. Genau das bekommst Du von mir: retuschierte Bilder in den Größen, die Du brauchst.
Das Wort selbst ist ein Unfall. International sagt fast niemand Sedcard, dort heißt es Comp Card, kurz für composite card, also die zusammengesetzte Karte. In den USA hört man auch Zed Card, weil man Sed dort gern als Zed aussprach.
Im deutschsprachigen Raum wiederum sieht man häufig Setcard mit t, hergeleitet vom Filmset. Klingt logisch, ist aber schlicht ein Vertipper, der es zu einer beachtlichen Karriere gebracht hat. Ebenso hartnäckig hält sich die These, sed komme von to seduce. Charmant, aber falsch.
Kurz: Sedcard, Sed Card, Sed-Karte, Setcard, Zed Card, Comp Card, Composite und Modelkarte meinen alle dasselbe. Früher war das ein Stück Karton, heute sind es Dateien.